Das 16. Madrider Fado-Festival am 4. und 5. Juni bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, einige der derzeit besten Vertreter dieser Musikrichtung zu erleben. Dieses Jahr sind Sara Correia, Beatriz Felício und António Zambujo die stellvertretenden Stimmen der portugiesischen Musik. Daneben können Besucher des Festivals, das diesmal hauptsächlich im Teatro Real und in der Filmoteca Española-Cine Doré stattfindet, das Thema Fado durch einen Vortrag und eine Filmvorführung näher kennenlernen.
Der Fado ist die Musik par excellence, die quasi Teil der portugiesischen Identität ist. Die Seele des Fado ist in den ärmeren Vierteln zuhause – in Gassen und Häfen, in alten Häusern und in den Geschichten, die man sich darin erzählt. Lieder rund um Melancholie, Wehmut, Nostalgie und der Auseinandersetzung mit dem Schicksal, die begleitet von Gitarre und Viola gesungen werden.
Aus dieser Mythologie ergibt sich das Thema des diesjährigen Festivals – Der Fado und die Stadtviertel. Sechzehn Jahre nach seiner erstmaligen Veranstaltung präsentiert das Festival im Teatro Real drei der bedeutendsten Vertreter der aktuellen Fado-Szene: Sara Correia, Beatriz Felício und António Zambujo.
António Zambujo ist eine der zentralen Figuren der heutigen portugiesischen Musiks. Sein Stil, der sich zwischen Fado, Gesang des Alentejo und brasilianischer Musik bewegt, zeichnet sich durch Neuerung und künstlerische Freiheit aus. Sein elftes Studioalbum Oração ao Tempo erscheint im Frühjahr 2026 und läutet eine neue Schaffensphase des Künstlers ein.
Beatriz Felício ist eines der neuen Talente der Musikszene Portugals und blickt mit nur 25 Jahren bereits auf Auftritte bei großen Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern zurück. Bei diesem Konzert präsentiert sie ihr gleichnamiges Debütalbum, das 2024 vom Museu do Fado herausgegeben wurde.
Komplett wird das Konzertprogramm durch den Auftritt von Sara Correia, die schon weltweit auf zahlreichen Bühnen zu Gast war und drei von Publikum und Kritik gefeierte Alben veröffentlichte. Die für einen Grammy Latino nominierte Künstlerin umgab sich mit einigen der derzeit besten Liedtexter und Komponisten und etablierte den Fado fest in ihrem Repertoire. Hier präsentiert sie mit Fado con Tempestade ihr neuestes Werk.
Ergänzend zu den Konzerten bietet die Filmoteca Española – Cine Doré den Vortrag La calle y el fado (Die Straße und der Fado), der thematisiert, wie untrennbar der Fado mit dem Alltag in den Häfen und Straßen Lissabons verbunden ist und in einer fast symbiotischen Beziehung auf jeden Einwohner der Stadt einwirkt bzw. von diesen beeinflusst wird. Der Fado entspringt dem Leben; er ist das Spiegelbild von Städten, Häfen und Lebensgeschichten und somit die Stimme des Volkes. Eine aus der Seele kommende Stimme, für alle verständlich, die aber dennoch in jedem Viertel und jedem Fado-Lokal ihre eigene Ausdrucksweise hat.
In der Filmoteca läuft auch der Dokumentarfilm Do Bairro als Einblick ins Herz der Altstadt von Lissabon, wo sich die Hartgesottenen des Viertels noch immer treffen und ihre Geschichten erzählen. In einer Mischung aus kulturellen Wurzeln, traditioneller Musik und der Philosophie von Ursache und Wirkung entführt Do Bairro den Zuschauer ins tiefste Innere dieser Bezirke.
Programm: